Warum braucht mein Unternehmen Compliance?

Was bedeutet der Begriff „Compliance“ und braucht ein Unternehmen dies?

Der Begriff „Compliance“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „einhalten von Vorschriften“.  Er steht somit für die Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und freiwilligen Kodizes durch Unternehmen. Dadurch wird sowohl negative Publicity als auch Haftungs- und Schadensersatzfälle vermieden. Compliance zieht sich durch alle Abteilungen eines Unternehmens. Nicht nur die Rechtsabteilung, sondern auch Personalabteilungen, Buchhaltung, Marketingabteilungen, etc.  sind davon betroffen. Durch das Schaffen einer Compliance-Abteilung sollen Gesetzesverstöße durch Mitarbeiter und Geschäftsführer vermieden werden. Es handelt sich somit für Unternehmen um Organisationsrecht. Eine Compliance-Abteilung soll Strukturen schaffen, die Vorgänge in Unternehmen effektiv überwachen und sicher stellen, dass Regeln eingehalten werden. So können mögliche Geldbußen, Einziehungen oder sogar Freiheitsstrafen schon im vor Wege vermieden werden.

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Compliance-Abteilung in einem Unternehmen

In Unternehmen wird häufig ein Compliance-Beauftragter mit der Aufgabe betraut sicher zu stellen, dass Richtlinien, Gesetze und freiwillige Kodizes eingehalten werden. Häufig fällt dieses Aufgabenfeld mit dem des Datenschutz- oder Gleichstellungsbeauftragten zusammen. Teilweise ist die Bestellung eines Beauftragten sogar gesetzlich vorgeschrieben. Im Bereich des Wertpapierhandelsrecht ist die Bestellung eines Beauftragten gem.
§§ 33 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 WpHG in Verbindung mit § 12 Abs.4 Satz 1 WpDVerOV gesetzlich vorgeschrieben.

Um eine effektive Compliance-Abteilung zu schaffen, muss ein Unternehmen sowohl personelle als auch finanzielle Mittel bereit stellen. Außerdem ist es wichtig, dass diese Abteilung unabhängig tätig werden kann. Sie muss fachlich und organisatorisch unabhängig von anderen Abteilungen sein und nur gegenüber der Unternehmungsführung weisungsgebunden sein.

Die mit der Compliance beauftragten Mitarbeiter dürfen nicht an Projekten oder Abteilungen mitarbeiten, die von der Compliance-Abteilung überwacht werden. Da es keine gesetzlichen Regelungen gibt, kann man nur den Rechtsgedanken des § 12 Abs. 4 Satz 2WpDVerOV auf Mitarbeiter dieser Abteilung übertragen. Demnach sollen Beauftragte die „erforderlichen Fachkenntnisse, Mittel und Kompetenzen sowie über Zugang zu allen für ihre Tätigkeit relevanten Informationen verfügen“.

Aufgabenfeld

Die Compliance-Abteilung eines Unternehmens hat die Aufgabe Risikobereiche eines Unternehmens zu erkennen. Risikobereiche sind Vorgänge oder Tätigkeiten bei denen die Möglichkeit von Verletzungen von gesetzlichen Pflichten sehr hoch ist. Anschließend werden Strategien, Abläufe und Verhaltensrichtlinien etabliert, die das Risiko einer Verletzung minimieren oder sogar ganz ausschließen. Was dies genau bedeutet und wie dies aussieht ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.
Dazu ist die Abteilung auch dafür zuständige das Gesetze und Richtlinien (z.b. Arbeitsschutz) in einem Unternehmen umgesetzt werden.
Außer im Bereich des Wertpapierhandels ist eine Compliance-Abteilung in einem Unternehme nicht gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch ist diese, gerade in größeren Unternehmen, sinnvoll. Denn so kann das Risiko, gegen gesetzliche Vorschriften oder Regelungen zu verstoßen, minimiert werden.

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